Archiv des Autors: binbesonders

Fotografische Highlights

Jeder Urlaub bringt neben vielen großartigen auch ein paar ganz besondere Fotos hervor. Nachdem ich mit dem Bearbeiten meiner Rom Bilder jetzt durch bin, hier die diesmaligen Highlights. Einmal ein Blick vom Aussichtspunkt oberhalb des Piazza del Popolo in Richtung Vatikan und zum zweiten den Tiber mit Ponte Vittorio Emanuele II und der Engelsburg im Hintergrund. Ich bin zufrieden.

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Rom DAS Video

Das schönste am Zurückkommen sind genau zwei Dinge. Die Vorfreude auf die nächste Reise und das Nachbearbeiten des Fotomaterials. Bin gerade fertig geworden, hier der Link für alle, die Lust haben auf 5 Minuten Rom – Urlaub 😉
LINK ROM VIDEO

Kolloquium mit Gott

Heute war ich nochmal auf der Via Appia und dort an den Katakomben. Und dann gab es eine deutschsprachige Führung mit Dominique. Er hatte ein schwarzes Collarhemd an, was darauf schließen lässt, dass er ein Geistlicher oder Theologe oder beides ist. Dominique spricht ein nachvollziehbares Deutsch mit holländischem Einschlag. Hm…. das kann ja heiter werden. Die kleine Gruppe startet pünktlich um zwölf Uhr abwärts. Wir erfahren, dass die Sabastiani Katakomben vier Etagen abwärts gehen, wir uns aber in der zweiten Ebene bewegen. Dominique entpuppt sich als wahrer Glücksfall. Der Mensch ist kirchenhistorisch ein wandelndes Geschichtsbuch. Dazu intelligent, kurzweilig und wahrer Storyteller! Interessant allerdings sein ganz eigene theologische Sicht auf die Dinge. Sehr katholisch. Er vermittelt, dass sich die Menschen anstrengen sollen, damit sie am Lebensende beim Kolloquium mit Gott etwas vorzuweisen haben. Kolloquium, ein interessanter Begriff!  Im Lexikon steht dazu, dass der Begriff heute im akademischen Bereich meist als ein fachlicher Gedankenaustausch ohne feste Form verstanden wird, kann aber auch den Charakter einer Rechenschaftsablegung haben. Mit meinen Worten:
Am Ende des Lebens trifft der Mensch Gott zum Small-Talk, und wenn der Kontostand passt, darf er in den Himmel.
Eine irgendwie schon sehr bemerkenswerte Auslegung und für einen Protestanten eine Zumutung dazu. Egal, manchmal muss man solches auch aushalten, Paulus hat ja gesagt, dass unser Wissen allenfalls Stückwerk ist. Insgesamt war die Führung mit Dominique ein echtes Ereignis; sehr zu empfehlen!

Markttag anders

Ein Italien – Urlaub ohne Marktbesuch ist im Grunde unvorstellbar. Diesmal allerdings etwas anders. Nämlich im Eataly Roma! Hierbei handelt es sich nicht um einen klassischen Markt mit einzelnen Anbietern. Ich würde es eher Markt-Kaufhaus nennen. Auf vier Etagen findet man jegliches, was mit der italienischen Küche in Verbindung steht. Wer zu Hause Feinschmecker hat und nach Mitbringsel sucht, der wird hier fündig. Vegetarier müssen zwar mitunter echt tapfer sein, aber sie werden mit einem großen Angebot an vegetarischem und veganem ebenfalls fündig. Ob süß oder herzhaft, ob Obst, Gemüse und Oliven, ob Wein und Biere aus Italien und aller Welt, wer hier nichts findet ist selber schuld. Und die Pasta-Abteilung!!!
Das Eataly befindet sich direkt neben dem Bahnhof Ostiense und ist somit hervorragend zu erreichen. Auch die Öffnungszeit von 9:00 Uhr bis Mitternacht sind für Nachtschwärmer bestens geeignet! Hier noch ein Link zur Homepage: Eataly Roma
 

Begegnung mit dem Hotelphilosoph

Reisen lebt für mich von Begegnungen. Begegnungen mit Menschen, die etwas zu erzählen haben, an dessen Leben ich für einen ganz winzigen Moment teilhaben kann! Von so einem will ich heute erzählen. Es gibt Menschen, die sind an Ihrem Platz so richtig, mehr geht nicht. So ein Mensch ist Kimo. Am ersten Abend hat er berichtet, wo er schon überall gelebt hat. Ich konnte mir zunächst den Gedanken nicht verkneifen, dass hier schon ziemlich viel Seemannsgarn dabei war. Je länger ich hier bin, umso mehr beeindruckt er mich jedoch. Seine Aufgabe ist die eines klassischen Mann für Alles. Er schneidet die Hecke, trägt Koffer, weist Plätze in der Tiefgarage zu und vor allem Eins: Er ist DER Kommunikator des Hotels. Fremdsprachen aus aller Herren Länder, kein Problem; ein Ohr für die Gäste, selbstverständlich; Empathie in XXL, na klar. Kimo ist Italiener, Fan von Real Madrid und die Seele des Hauses. Ohne Ihn, wäre das Hotel ärmer, VIEL ärmer. Heute Abend stand er wieder mit an der Bar und erkundigte sich nach dem Tag. Man kommt ins Gespräch. Es beginnt oberflächlich und bleibt aber eben nicht auf der Allerweltsebene. Kimo hat ein feines Gespür dafür, wann es möglich ist, einzutauchen. Wann die Begegnung Tiefgang verträgt. Bis heute hatte ich einen fröhlichen, weltoffenen, kommunikationsstarken, zugewandten und geerdeten Menschen erlebt. Dann erzählt er vom allein sein. Dass er nie heiraten wollte, dann die Liebe seines Lebens gefunden hat, über zwei Jahrzehnte glücklich verheiratet war. Letztes Jahr ist Sie gestorben. Seine Stimme wirkt gebrochen und er erzählt vom allein sein. Was es bedeutet plötzlich verlassen im Leben zu stehen, und wie es sich anfühlt, wenn das Herz baufällig wird. …! Ich bin beeindruckt über so viel Mensch. Irgendwann zieht er wieder seine Kreise und wir beide sind um ein wirklich wertvolles Gespräch, eine wertvolle Begegnung reicher. Danke Kimo!

Zeitmaschine

Sonntag in Rom und ich erlebe einen Tag, der mich gefühlt in das Jahr 1990 zurück – beamt! Damals saß ich vor dem Fernseher, Deutschland war gerade Fußball Weltmeister geworden. Ich war fasziniert von dem was ich sah. Der Teamchef geht ganz alleine über den Rasen und man hat den Eindruck, er hält die Zeit an! Nimmt ganz alleine das auf, was der Moment bereit hält. Mein Gedanke damals war: „Irgendwann musst Du DORT mal ein Fußballspiel erleben“. Heute war es soweit. Im Olympiastadion in Rom hatte Lazio ein Heimspiel. Das Ganze auch noch unter Flutlicht. Alles Zutaten für einen großen Abend. Der Zugang wird dann aber sehr weltlich. Das Ticket wird mit meinem Personalausweis personalisiert. Die innere Stimme ruft „Überwachung“; ich muss allerdings gestehen, es hat etwas so ein Ticket, mit dem eigenen Namen darauf! Bis ich dann im Stadion bin muss ich das Ticket in Kombination mit dem Perso noch DREIMAL zeigen. Ich dachte immer wir Deutschen sind bürokratisch. Und dann stand ich drin. Ein bildschönes Stadion, die Atmosphäre ist sofort da, und ich schaue auf mein Handy ob die Jahreszahl wirklich stimmt. Der Abend entwickelt sich so, wie es sein muss Ich bin auf der Seite der Sieger. Lazio gewinnt und ich frage mich, warum dieser Irrsinn so fasziniert. Die konstruktive Zuschauerwucht, das gemeinsame am Rand der Extase; der Ort ist pure Emotion. Die Magie des Momentes, scheint ein „incantare” in Zeitlupe zu buchstabieren. Beim Verlassen des Stadions frage ich mich, wie schon so oft, was es ist? Was berührt so unglaublich, dass Männer hemmungslos weinen, dass Frauen hysterisch kreischen, dass Kinder entfesselt tanzen, dass Alte für den Moment Ihren Rollator vergessen. Ich jedenfalls fahre beseelt nach Hause, im Gepäck einen Abend, zum heulen schön!

Begegnung mit Aurelia

Heute hatte ich es mit Aurelia zu tun. Hierbei handelt es sich nicht um eine freundliche Römerin, sondern lediglich um eine Straße im Westen Roms. Die ursprüngliche Via Aurelia war eine Römerstraße, die Gaius Aurelius im Jahr 241 vor Christus in Auftrag gab. Sie verlief im Endausbau von Rom aus die Küste entlang bis Pisa. Ich hatte es lediglich mit rund fünf Kilometer zu tun, kurz hinter dem Vatikan, die hatten es aber in sich.
Morgens das Auto an der Station Aurelia abgestellt und mit Zug und Metro heute in Rom unterwegs. Auf dem Rückweh dann an der Metro Station Aurelia ausgestiegen. Vom Auto weit und breit nichts zu sehen!!! Irgendwie sieht des hier ganz anders aus? Im Reiseführer sind zwei Stationen mit dem Begriff Aurelia dargestellt. Direkt nebeneinander, circa zwei Millimeter, also „eigentlich“ fußläufig zu bewältigen! Ich frage rund um die Station und zeige die Karte Kopfschütteln. Muss ich etwas dem Autoverleih beichten, dass ich das Auto nicht mehr finde? Es regnet, ich flüchte in ein Autohaus und der einsame Verkäufer scheint sich über die Abwechslung zu freuen. Es füttert den Online – Routenplaner und siehe da, es gibt zwei Station die rund FÜNF Kilometer, beziehungsweise über EINE Stunde Fußweg auseinander liegen. Och nööööö…. Der Verkäufer schlägt vor ein Taxi zu rufen und wenige Minuten danach setze ich mich während eines Platzregens vertrauensvoll in die Bezahl-Kutsche. An der Frontscheibe hängen tatsächlich drei unterschiedliche Navis. Keines läuft, aber der Fahrer kennt sich ja aus -DENKE ICH-. Er fährt zum Vatikan, dass ist ungefähr entgegengesetzt. Dann schaut er mich mit großen Augen an und realisiert, dass es wohl der falsche Weg war. Er konsultiert das Navi in seinem Handy, und befolgt dessen Richtungsvorschlag. Von hinten sehe ich wie seine Gesichtsfarbe sich in ein gepflegtes Dunkelrot transformiert. Scheint ihm mehr als peinlich zu sein. Nach ca. 45 Minuten Taxi – Sightseeingtour, zu Fuß wäre ich fast genauso schnell gewesen, stehe ich vor meinem Leihwagen. Wir einigen uns auf einen „angemessenen“ Fahrpreis und ich bin froh, dass ich keinen peinlichen Weg zum Autoverleih gehen muss. Oh man, kannst Du Dir nicht ausdenken!