Archiv des Autors: binbesonders

Schriesheim mit spektakulärer Aussicht

Reisen können ja auch in der Nähe ganz neue Aussichten eröffnen. Eine solche Aussicht will ich heute vorstellen. Ein seltsamer Zwerg, eine Liebegeschichte, mittelalterliche Strafjustiz, göttliche Prophezeiungen, Blitz, Donner und Intrigen, Heimtücke und Schikane, dies alles sind die spannenden Zutaten zu Heinrich von Kleists: Käthchen von Heilbronn. Und natürlich gehört zur Erotik eines solchen Schauspiel-Schinkens, auch ein Graf und eine Burg. Graf von Strahl sein Name und er bringt die holde Kunigunde im Laufe der Handlung auf seine Burg, -die Strahlenburg-, die somit Teil des Geschehens wird.
Heute ist das Ganze eher eine Instanz der Vernunft, für einen gelungenen Abend! Tolle Gastronomie, mit einer Aussicht die wirklich atemberaubend ist. Gerade wenn man abends auf der Terrasse sitzt, scheint es, als ob die Sonne Ihren Sundowner nur für ihr schmatzendes Publikum inszeniert. Für alle die im Bereich der südlichen Bergstraße unterwegs sind, ein absolutes Muss. Die Zufahrt ist etwas „tricky“, weil eher sparsam ausgeschildert. Man fährt in Schriesheim Richtung Weinberg und irgendwann deutet ein Schild nach rechts, mit der Aufschrift Strahlenburg, über die Brücke. An dem Schild bin ich beim ersten Mal prompt vorbeigefahren. Aber es lohnt sich! Die geschilderte Aussicht, in Kombination mit brillanter Gastronomie, das sind die Zutaten für einen perfekten Abend. Sehr zu empfehlen!
PS: Unbedingt die Maultaschen probieren!
Hier noch der Link zur Burg und zwei Bilder von der Terrasse
Strahlenburg
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Schlossbeleuchtung in Heidelberg

Mehrmals jährlich gibt es die Heidelberger Schlossbeleuchtung. Ich habe mir sagen lassen, dass Heidelberger da gar nicht hingehen. Dafür war es aber mehr als gut gefüllt. Auf der Webseite von Heidelberg Marketing heißt es:
Die legendären Schlossbeleuchtungen ziehen jedes Jahr Tausende von Menschen in ihren Bann – kaum eine andere Stadt bietet jeden Juni, Juli und September solch zauberhafte Nächte. Bengalische Leuchtfeuer tauchen das Heidelberger Schloss langsam in einen geheimnisvollen roten Feuerschein. So, als ob die Ruine ein weiteres Mal in ihrer langen Geschichte brennen würde. Wie zuletzt 1689 und 1693, als die Truppen des Sonnenkönigs Ludwig XIV. das Schloss und die Stadt niederbrannten und die heute weltberühmte Ruine zurück ließen.“
Nun gut, die Neckar-Wiese war mit einem bunten Völkchen geflutet, und auch das Feuerwerk konnte sich sehen lassen. Das ganze trotz eines Baustellkranes, der platziert war, als ob ein extatisches Schlachtengemälde mit Wasserfarbe aufgebessert werden soll. Sei es drum, im Dunkeln ist selbst der Kran auszuhalten. Hier die Bilder von gestern Abend.

Alles geht mal zu Ende

Auch der schönste Urlaub ist mal vorbei. So auch meine Zeit in Texas. Viele Eindrücke sind da und werden bleiben. Aus den schönsten und / oder wichtigsten Bildern habe ich einen Film zusammengeschnitten und auf meinem YouTube Channel online gestellt. Hier der Link dazu. Also etwas zu trinken holen und 6 Minuten Auszeit mit Ralf in Texas, viel Spaß!
Frankfurt – Texas Film

Von oben drauf schauen

Welch ein Ausblick. Der Blick von der Plattform des 120 Meter hohen Reuinion Towers ist atemberaubend. Manchmal tut es gut, sich die Welt eine Weile von oben anzusehen. Da wird vieles kleiner und der Polarstern im eigenen Leben, ist in seiner ganzen Schönheit zu sehen. Okay, jetzt wird’s philosophisch 😉

Die Skyline ist von der Aussichtsplattform in Ihren vollen Ausmaßen zu bestaunen. Testosteron der Macht, in Glas und Stahl!

Und selbst die entscheidenden Orte des JFK Drama sind von hier gut zu erkennen. Besonders beeindruckend war jedoch, das ganze Ausmaß des Straßenverkehres in Dallas mal von oben wahrzunehmen. Welch ein Straßen-Gewusel. Die Highways sind in bis zu fünf Etagen übereinandergestapelt. Bei dem Anblick drängt es sich geradezu auf, mal über den Straßenverkehr hier nachzudenken. Also Verkehrsabläufe organisieren, DAS können sie hier! Keine Kleeblätter im Straßenbau, sondern eben übereinander.

Ebenso haben sie, zumindest in Texas, auf die völlig sinnfreie Mode, an jeder noch so bescheuerten Stelle einen Kreisverkehr zu bauen, flächendeckend verzichtet. Gut so. Stattdessen gibt es Kreuzungen mit VIER Stoppschildern!!! Das funktioniert so: Grundsätzlich hält jeder an, und wer zuerst da war, darf fahren. JA es funktioniert! Ich glaube allerdings, dass es in Deutschland nicht gehen würde. Das hat etwas mit der Grundhaltung zu tun. Die bei uns das Geschehen bestimmende Rechthaberei kennen Sie hier nicht. Für einen Amerikaner ist das aufmachen der Lücke KEINE Niederlage, sondern ein Akt zum besseren Verkehrsfluss! Dann ist natürlich festzuhalten, dass auf Grunde der Geschwindigkeitsbeschränkungen die vorhandenen Straßen viel optimaler zu nutzen sind. Keine frivole, aggressive oder entwurzelte Raserei. Ich bin NICHT EINMAL von jemand genötigt, bedrängt oder mit Lichthupe angegangen worden. Da können wir einiges lernen! Alles in allem, es ist eine entspannte Freude, in Amerika Auto zu fahren.

Dallas und der Schatten von JFK

Heute hat der Tag alles andere als positiv angefangen. Beifahrertür aufgemacht, rums… lag meine Nikon auf dem Asphalt. Jetzt will sie nicht mehr. Ich denke der Spiegel klemmt. Das muss ich zu Hause untersuchen lassen. Leider gibt es jetzt für den Rest des Urlaubes nur noch mittelmäßige Handybilder. Grmpf,..
An der Stelle jetzt zunächst für alle ein Tipp, die irgendwann mal nach Dallas mit dem Auto kommen. Das normale Public Parking ist unfassbar teuer. Zum Teil 20,-$ pro Tag und darüber. Ich fahre ans Hard Rock Cafe, von dort 300 Meter unter der Freeway Brücke und dann ist rechts ein Parkplatz der kostet 5,- $ pro Tag. Zu Fuß sind es von hier nach Downtown und zum JFK Museum keine zehn Minuten.
Womit ich beim Thema wäre. JFK ist für Dallas ein Trauma! Der Officer am Parkplatz erzählte mir freimütig, dass er es zum Schämen findet, ausgerechnet in seiner Stadt so eine Tragödie! In dem Haus, dass der Schütze nutzte, ist heute ein wirklich gut gemachtes Memorial untergebracht. Der hohe Eintrittspreis von 16,- $ ist absolut gerechtfertigt. Darin inbegriffen ist ein Audio Guide, auch in Deutsch verfügbar, der OHNE amerikanischen Pathos die Geschehnisse im November 1963 nachzeichnet. Dazu erfährt man jede Menge über Kennedy, den damaligen Zeitgeist, und warum JFK so ein Hoffnungsträger war. An dem Fenster des Schützen ist die Szene so dargestellt, wie sie damals gewesen sein soll. Das Ganze völlig unspektakulär, und deshalb durchaus glaubhaft. Hier ein Panorama der Örtlichkeit, bzw., der Blick des Schützen nach unten.


Am Ende des Tags bin ich den letzten Weg Kennedys mit dem Auto gefahren und die Gopro hat gefilmt. Das Ganze ist unter dem folgenden YouTube-Link online. Hier ist zunächst das Haus zu erkennen, der Schütze war im sechsten Stock. Nach der Kurve sind auf dem Asphalt zwei Stelle mit weißen Kreuzen auf der mittleren Spur markiert. An diesen beiden Stellen haben JFK die tödlichen Kugeln getroffen.
Link Video
Nach dieser doch sehr nachdenklichen Zeit stand noch ein Rundgang durch Downtown Dallas auf dem Programm. Hier ein Panorama mit dem Handy aufgenommen:

700 km können laaaaang sein

Heute Morgen bin ich um sieben Uhr in Del Rio losgefahren.

Das Navi hat 700 km gemeldet, was mich doch zunächst überrascht hat. Texas scheint wirklich achtmal so groß zu sein wie Deutschland. Die Einsamkeit vertreibe ich mir mit einer Playliste von Luther Vandross. Der Gute ist wohl für romantische Stunden zu zweit gut heran zu ziehen, auf dem Highway wirkt er allerdings ziemlich einschläfernd. Also muss es ein Mix aus Countrymusik richten. Das Ganze ist für den Moment an Kitsch nicht mehr zu überbieten. Ich warte nur darauf, von John-Boy Walton, Hoss Cartwright oder Rubberduck auf einen Kaffee eingeladen zu werden. Die drei kommen nicht, stattdessen winkt mich eine Highway Patrol raus. In DER Einsamkeit. Klar ist ja niemand anders da! Mir gehen schlagartig merkwürdige Gedanken durch den Kopf. Hier wirst du bestimmt jetzt von einem schießwütigen texanischen Sheriff erlegt. Der hat im Handschuhfach einen zweiten Colt, den er dann mir unterjubelt, um zu behaupten, ich hätte angegriffen. Oh je die Sonne regt die Phantasie an. Neben meinem Auto grinst mich stattdessen eine freundliche Highway-Patrolin an. High how are you? Fine thank you. Anscheinend hat sie jetzt an meinem akzentfreien Englisch messerscharf erkannt, dass ich nicht aus der Kaugummi-Englisch-Gegend bin. Oh, you are an foreign citizen? Yes i`m from Germany. Oh real, fine, sie quietscht um dann nachzuschieben: My sister lived in Heidelböörg. Okay… Heidelberg begegnet mir in letzter Zeit öfter  🙂
Sie will dann meinen Pass eigentlich gar nicht mehr sehen, sondern sich die Langeweile mit einem Plausch über Deutschland im Allgemeinen, und Heidelberg im Besonderen verkürzen. Irgendwann komme ich dann aber doch los. Für mich ist eins klar geworden: Unter den zehn Dingen, die man einmal in seinem Leben gemacht haben sollte, steht seit heute: Einmal 700 km durch die amerikanische Einsamkeit zu fahren; großartig!

Auf einem Truck Stopp komme ich mit Ruben ins Gespräch. Er erfüllt mir dann einen absoluten Kindheitstraum, ich darf in seinem Truck sitzen. Er fährt einen bildschönen Freightliner Baujahr 2012. Es ist wunderbar, mein Dad wäre begeistert gewesen.

In Dallas soll es dann zum Abschluss des Tages noch die Southfork Ranch sein. Ich begegne J.R.Ewing und mache mich aber schnell wieder vom Acker. Entsetzlich viel Kommerz, ich werde meine Kindheitserinnerung so behalten, wie die Ranch vor vierzig Jahren für mich im Fernsehen aussah.

Irgendwie wundert mich hier gar nichts mehr!

Heute über den Highway von San Antonio nach Del Rio. Die Sonne scheint und es ist genauso wie es hier sein soll, einsam! Und dann frage ich mich ob ich jetzt eine Erscheinung habe, oder die erste Fata Morgana meines Lebens sehe. Vor mir auf dem Highway zwei Radfahrer. Ich halte an. Nein mit den Beiden kann man sich unterhalten. Und beide sind richtig nett! Amerikaner, die mit Ihren Fahrrädern von Florida nach Kalifornien fahren. Okay… wir freuen uns gemeinsam uns getroffen zu haben. Ihre erste Frage lautet: „Do you like amarican food“. Damit haben die mich als Europäer ja voll auf der Breitseite erwischt. Im Gespräch stellt sich heraus, dass beide auch die hiesige Esskultur durchaus kritisch sehen. Auch bevorzugen sie, genau wie ich, ihren Kaffee OHNE Zucker oder Flavor. Übrigens sind beide mindestens zehn Jahre älter als ich! Ich bin tief beeindruckt und verneige mich.
God bless you!

Dann ist mir heute Morgen noch etwas Witziges aufgefallen. Wer hier ins Krankenhaus muss, wird anscheint nach Glaubensrichtung sortiert. Was machen Lutheraner?