Urlaubslektüre

In den letzten Tagen musste ich von weitem über die verschiedenen Nachrichtenportale beobachten, was in Chemnitz los war. Wie schon häufiger in den zurückliegenden Jahren hatte ich außer einem Kopfschütteln und unfassbarer Ratlosigkeit nichts mehr, was mir noch schlüssig erschien. Wer wie ich, die Ereignisse rund um den 09. November 1989 hautnah miterlebt hat, kann dass was gerade in Deutschland passiert, nur mit einem Kopfschütteln quittieren.
Und dann bin ich in meine diesjährige Urlaubslektüre vertieft. Und die hilft mir weiter.
DIE ANGSTPREDIGER von Liane Bednarz; Untertitel: Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirche unterwandern. Eins vorweg, dass Einzige, was ich –wenn überhaupt– an dem Werk zu kritisieren habe ist der Titel! Ich habe ein Werk über Kollegen erwartet, die rechtes Gedankengut von der Kanzel verkünden. Mitnichten. Die kommen auch vor, dass Buch ist aber so viel mehr! Zunächst ist es eine unglaubliche Fleißarbeit. Liane Bednarz hat die letzten Jahre der Veränderung unserer Gesellschaft auf zahllosen Ebenen analysiert. Wie ein Wollknäuel mit hunderten von losen Enden, nimmt sie die verschiedenen Themen auf. Ob Pegida und AFD, ob wertkonservative Christen, oder demagogische Atheisten, ob Gender Mainstream, oder die Veränderung unser alltäglichen Sprache. Sie schaut Evangelikalen und Katholischen Theologen über die Schulter und nimmt selbst im persönlichen Rahmen Stellung. Sie analysiert brillant und demaskiert die Demagogen unserer Zeit. Bei kontrovers diskutierten Themen weiß die Autorin sehr wohl zwischen unterschiedlichen Positionen und andererseits einer Dogmatik der Opferrolle zu unterscheiden. Darüber hinaus schafft Sie es, die vielen unterschiedlichen Fäden so zusammen zu weben, dass ein klares Bild unserer gesellschaftlichen Situation in Staat und Kirche entsteht. Eins wird hier deutlich: Es gibt keine einfachen Antworten. Es gibt mehr als schwarz und weiß. Kurz gesagt, dass Buch ist brillant recherchiert und sachlich aufbereitet. Die Autorin liefert einen historischen Beitrag zum politischen Diskurs anno 2018! Das Werk ist Pflichtlektüre für jeden politisch Interessierten unserer Zeit. Und auch für Christen, denen das Evangelium am Herzen liegt, ist es von substanzieller Bedeutung. Deshalb schließe ich diese Buchbesprechung auch mit Sätzen aus dem Werk, die sich viele ins Gewissen schreiben können!:
Wer sich nur ansatzweise mit der Bibel auskennt, merkt schnell, dass der Ethnpluralismus der Lehre Jesu fundamental widerspricht. Im Neuen Testament geht es um die Erlösung des sündigen Menschen durch den Kreuzestod Jesu Christi. Vor Gott zählt der Mensch als solcher, ein Denken in ethnisch – kultureller Kategorien, wird im Neuen Testament überwunden.“

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