San Antonio ungeschminkt

San Antonio entwickelt sich gerade in meiner persönlichen Bestenliste ganz nach oben. Das hier ist keine Stadt, das ist ein Juwel! Die Metropole erscheint wie ein Cocktail aus unbeschwerter südlich – mexikanischer Lebensfreude, dazu ein Rahmen aus Sonne und wunderbarem Sommerlicht und noch ein Schuss Realität dazu. Trotz allem touristischem Kitsch und Nippes, wird hier nichts versteckt. Nicht klinisch rein, sondern that`s live!
Heute Morgen war ich zunächst in einer Publik Laundry. Waschtag, meine frische Wäsche geht zur Neige. Wie das alles funktioniert erklärt mir Mark. Mark ist hier Mitarbeiter und gleichzeitig Kunde! Er bearbeitet gerade die Wäsche von sich, seinen Kindern und seiner Mutter. Mark erzählt, dass er mit seiner Mutter zusammenlebt, seit ihm die Frau mit den Kindern weggelaufen ist. Dann erläutert er, dass er drei Jobs hat. Job Nummer eins wird dazu benötigt um die Wohnungsmiete zu bezahlen. Seine Mutter kauft dafür das Essen. Mit Job zwei zahlt er für seine Kinder und der dritte Job sichert sein Auto. Der Mann ist permanent beschäftigt aber trotzdem lebensfroh. Anhand der einzelnen Kleidungsstücke, die er nebenbei zusammenlegt, stellt er mir seine Kinder vor. Dabei bekommt Mark ein wunderbares Lächeln ins Gesicht. Es macht ihm sichtlich Freude.
 
In der Stadt gehe ich zunächst über den traditionellen mexikanischen Markt. Viel Touristen – Kitsch, aber als alter Souvernir-Jäger habe ich den Eindruck, dass der Kitsch hier eine relativ hohe Wertigkeit hat. Während einer Pause am River Walk lerne ich Justin kennen. Justin ist an allen möglichen und nicht möglichen Körperteilen tätowiert, und ist homeless. Wir stellen fest, dass wir gleich alt sind. Justin war bei der Army, danach hat er alles möögliche versucht und ist schließlich auf der Strasse gelandet. Was ihn am Leben hält ist die Liebe zur Musik. „Do you know Michael Schenker?“ Klar kenne ich den, für nicht-wissende, der hat mit seinem Bruder mal bei den Skorpions gespielt. Ja und genau der, war vor ein paar Tagen hier in S-A. Und er, Justin hat an dem Abend als Roadie geholfen und Michael die Hand geschüttelt. Er strahlt als er das erzählt. Wir verabschieden uns und er wünscht mir eine wunderbare Zeit in Texas. Vielleicht sehen wir uns heute Abend ja bei Uriah Heep wieder. Justin wird fragen ob es Arbeit gibt.

Ohne Worte San Antonio:
       

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