Who is Jack?

Wer in Amerika unterwegs ist, wird feststellen, dass es vieles im Überfluss gibt. Große Autos, tausende von Highway-Kilometern, Reichtum und Armut, sowie Fast Food. Ich sehe die für einen Europäer bekannten üblichen Verdächtigen. Dazu gesellen sich Anbieter die ich nicht kenne, mit mehr oder weniger kreativen Namen. Und es gibt JACK. Besser gesagt heißt die Kette „JACK IN THE BOX“. Seit ich den Werbemast in Dallas gesehen habe, geht mir eine Frage nicht mehr aus dem Kopf:
Wer ist Jack?
Was ist das für ein armer Tropf, den sie hier in eine Box sperren? Vermutlich ist Jack der Retter Amerikas! Denn hier gibt es ja immer etwas zu retten. Meistens Money. Zur obligatorischen Werbung gehört als stereotype Floskel in der Regel dazu: Save your money. Ich weis nicht, ob ich mein Geld retten will. Würde andererseits diese Rettung permanent stattfinden, es gäbe keine Bettler, die im Stadtpark von Houston ihr Problem so offen zu Schau stellen müssten. Sie alle würden von Jack gerettet. Und was macht man in Amerika, man sperrt Jack, den Messias des Kapitalismus, in eine Box. Bei der Suche nach einer Location zum Frühstücken steht wie zufällig ein JACK an der Kreuzung. Okay, ein Selbstversuch. Ich bestelle einen Kaffee und einen Jack in the Box. Ich könnte ihm die Freiheit schenken. Stattdessen esse ich ihn auf. Wenigstens hat er ein ordentliches Salatblatt und zwei dicke Tomatenscheiben zwischen den Brötchenhälften. Boah, so fettig habe ich schon lange nicht mehr gefrühstückt. Aber was tut man nicht alles, zur Rettung von Jack!

Später werde ich mich fragen, was ich eigentlich von Corpus Christi erwartet habe. Für einen Theologen ist DER Name schon eine Ansage. Aber ich dachte wohl eher an Pamela Ewing, die in den 80er Jahren immer von DALLAS aus nach CC geflogen ist. Im Fernsehen sah man dabei nur schöne Menschen, schöne Strände, eine schöne Stadt. Alles Fake. Schon die Anfahrt ist eine Katastrophe. Meilenweit nur hässliche Raffinerien. Jetzt kann ich mir auch den Grund für Pam`s Reisen vorstellen, schließlich handelte die Familie Ewing mit Öl!
CC selbst erinnert ein wenig an Mallorca im März. Alles schläft. Der sterbenslangweilige Mainstream-Kitsch, mit dem in der Saison die Pauschalurlauber bespaßt werden, liegt gelangweilt herum und wartet auf bessere Zeiten. Aber für mich hat es den Vorteil, dass mir die Stadt ungeschminkt begegnet. Ein Souvernir-Shop hat offen. Unfassbar groß, dass sprengt selbst meine Phantasie. Hier lerne ich Igor kennen. Er ist Deutsch-Russe und in einem Dorf in Kasachstan groß geworden. Mit seinen bescheidenen Deutsch Kenntnissen und meinen dazu bescheidenen Englisch Möglichkeiten, kommt ein spannendes Gespräch zu Stande. Igor ist seit acht Jahren in CC und dachte hier so etwas wie Heimat zu finden. Dachte! Was ihn tröstet ist, dass er die Amerikaner selbst als „heimatlose Getriebene“ erlebt. Heute Texas, morgen Alaska, in den USA normal!
Dann besuche ich den Publik-Rest-Room und komme mit Dave und Robert ins Gespräch. Beide leben auf der Straße, und deshalb praktischerweise hier, da ist wenigstens eine sanitäre Grundversorgung gewährleistet. Wir reden über die Armen in Amerika und interessanterweise suchen die Beiden den Grund für Ihr Schicksal ausschließlich bei sich selbst. Sie haben sich vermutlich nicht genug angestrengt. Verstehe einer die Amerikaner.
 

Übrigens ich kann auch Tiere!

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