Von Nachrichten und anderen Nichtigkeiten

Heute bin ich direkt in den amerikanischen Alltag eingetaucht. Frühstück im Hotel. Es gibt Kaffee. Milch aus ganz kleinen Wegwerf – Einweg – Töpfchen. Wer mich kennt weis, ich brauche ordentlich Milch. Und dann der erste Schluck. Meine Geschmacksnerven geben ein Signal, dass bei Sympathiewettbewerben gegen Landmienen bestehen könnte. Es ist grauenhaft. Aber was ist das eigentlich. Ich entdecke im Kleingedruckten „Hazel Nut“. Oh man, will ich Nüsse futtern oder Kaffee trinken, dazu pappsüß. Die Brühe ist nicht runter zu bekommen. Zweiter Versuch diesmal mit Creme. Besser, ziemlich fett, aber zumindest geschmacksneutral.
Nebenbei läuft der Fernseher. Ich frage mich, wieviel Menschen hier eigentlich total verblödet sind. Oder abgestumpft. Im NBC-News laufen in 15 Minuten genau vier Minuten Nachrichten, dazu eine Minute Wetter-News. Die restlichen zehn Minuten sind Werbung, die mit einer irren Lautstärke in die Köpfe gehämmert werden soll. Klar, denn sie scheint ja nicht anzukommen. Wie sonst ist zu erklären, dass zunächst Werbung für Waffeln und Erdnussbutter läuft und direkt danach ein neues Medikament für Diabetes Typ 2 angeboten wird. Oh man, was für eine Mittelmäßigkeit, und keiner bemerkt etwas.
Dann mache ich mich auf die Suche nach einer Matratze. Im Matress-Shop lerne ich Samantha kennen. Das Gespräch ist sehr nett, sie empfiehlt mir eine heruntergesetzte Matratze mitzunehmen, zu nutzen und nächste Woche zurück zu bringen. Dann bekomme ich das Geld wieder. Hm, mein Gesicht sagt vermutlich so etwas wie: Und wo ist der Hacken? Worauf sie mir erläutert, dass ihre Prämie auf den Verkauf anfällt, sie diese aber AUCH bekommt, wenn die Matratze zurückkommt. Kann Sie ja nichts dafür, wenn die nur sch… Qualität liefern. Ne wenn sie meint!
Auf dem Weg nach Houston bin ich heute an Palästina, Athen und Korsika vorbeigekommen. Welch eine Reise. Bei ihrer Namensauswahl sind die Amerikaner schon kreativ. Und Huntsville habe ich gesehen. Hinter diesem Wall werden also Menschen umgebracht. Ich mag den Begriff hinrichten nicht, dass klingt für mich verniedlichend. Nein umgebracht, ihres Lebens beraubt. Der Staat nimmt sich das Recht, über Leben und Tot zu entscheiden. Blos weg von diesem unappetitlichen Ort. In Houston dann noch das Hard Rock Cafe. Es soll ja Menschen geben, die behaupten ich würde meine Urlaubsziele nach der HRC-Karte auswählen. Also gäbe es dort ein HRC, in Huntsville, hätte ich KEIN T-Shirt gekauft.
Jetzt bin ich gespannt auf die erste Nacht im Auto, mit neuer Matratze!

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