So-Da Tag auf Krk

Es gibt Tage, die sind einfach „So-Da„. In der Regel allerdings muss man sich einen solchen Tag gönnen. Einen Tag, der wirkt. Ein spielender Tag, an dem man sich gehen lässt. Der Rest der Welt darf weiter vorantreiben, aber man selbst bleibt im Augenblick. So einen Tag haben wir uns gestern auf der Insel gegönnt. Einfach so da sein. Sich treiben lassen. Über Treppen verwundert den Kopf schlackern, die irgendwohin führen. Schafböcken TIEF in die Augen blicken. Enge Durchfahrten rocken. Krk ist im April wie geschaffen für einen solchen So-Da Tag. Wunderbar!

Unterkunft Prädikat Spitzenklasse

Heute erzähle ich mal, wie wir die vergangenen vier Tage verbracht haben. Da es für den Campingplatz arg kalt war, hieß es nach einer Privatunterkunft im Großraum Split Ausschau halten. Wir wurden fündig mit der Villa Mikeli, auf der Insel Ciovo. Čiovo ist eine Insel westlich von Split. Spannend finde ich die Herleitung des Namens. Čiovo kommt vom lateinischen caput Iovis. Das bedeutet frei übersetzt: „Haupt Jupiters“. Weil Jupiter einer der hellsten der Wandelsterne ist, wurde er in früheren Kulturen oft mit dem „HauptGott“ gleichgesetzt. Im alten Griechenland verkörperte er den Göttervater Zeus, den die Römer später Jupiter nannten. Okay, dass ist jetzt für einen Theologen weniger beeindruckend, aber in der Villa Mikeli fühlt man sich ein weig aufgehoben wie im Garten Eden 🙂
Dazu unsere Eindrücke: Zunächst ist die Lage brillant. Die Insel ist ein Idealer Ausgangspunkt um die Städte Split und Trogir zu erkunden. Auch die berühmten Krka – Wasserfälle sind mit dem Auto, unter einer Stunde erreichbar. Die Villa selbst liegt etwas oberhalb des Meeres, was zunächst für einen grandiosen Ausblick sorgt. Wer ins Wasser will, läuft 50 – 70 Meter abwärts und findet einen tollen Strandabschnitt mit dem berühmten türkisblauen Wasser vor. Da auf der Insel die Parkmöglichkeiten eingeschränkt sind, ist der Bereich auch im Hochsommer nie so grandios übervoll, wie an anderen Stellen.
Die Unterkunft bietet dazu alles, was das Herz begehrt. Ferienwohnungen die sauber, mit viel Liebe zum Detail und hochwertig ausgestattet sind, so dass man sich ein bisschen wie zu Hause fühlt. Ebenso eine super-freundliche und familiäre Atmosphäre. Antje und Ado leben in und mit dem Haus und ihren Gästen. Jederzeit (zweisprachig) ansprechbar, ist ihnen kein Wunsch ihrer Gäste zu viel. Wer hier Urlaub macht findet einerseits Anschluss an Gäste und Gastgeber, hat aber ebenso Raum, sich zurück zu ziehen und Ruhe zu genießen. Es wird regelmäßig gegrillt, dem können sich Gäste gerne anschließen. Auch für das Rahmenprogramm, wie auf der Adria schippern, tauchen oder andere Interessen, sind die beiden bei Bedarf ansprechbar.
Wer schon immer mal Kroatien im Großraum Split kennen lernen wollte, findet hier ein Domizil der Extraklasse. Von uns eine dicke Empfehlung und Daumen hoch!
Hier der Link zur Villa Mikeli

Auf der Suche nach dem biblischen Garten

Von unserer Vermieterin hatten wir den Tipp erhalten, dass es nicht weit von Split entfernt einen biblischen Garten gibt. Dieser ist im Umfeld einer fast tausend Jahre alten kleinen Kapelle, die damals die Quelle des Dorfes Spiljana markierte. Als im September 1998 der damalige Papst vorbei schaute und einen Olivenbaum segnete, wurde als Erinnerung der Garten gestaltet. Es sind zahlreiche biblische Pflanzen zu finden und beispielsweise ein Weingarten mit zwölf unterschiedlichen Reben. Der Theologe denkt dabei natürlich gleich an die zwölf Stämme Israels. Die größte Anforderung besteht allerdings darin, den Garten zu finden. Es wimmelt im Umfeld nur so von Baustellen, wodurch noch wenige Schilder vorhanden sind. Wir haben den Garten im zweiten Anlauf, etwas entnervt gefunden. Ist eine wirklich tolle Stelle und wenn jemand auch noch ein botanisches Interesse hat, sollte er in jedem Fall vorbei kommen. Sich dabei allerdings nicht von einer Of-Road Passage abschrecken lassen. Die Zufahrt ist zum Teil un-asphaltiert und endet schon mal an einer „Querung of nowhere„.
Deshalb für interessiert hier die GPS Daten, damit sollte es gehen:
43° 34′ 10.87″ N 16° 19′ 30.27″ E
Hier übrigens die zugegeben nicht sehr ergiebige Wikipedia Seite:
Biblischer Garten

Und natürlich noch ein paar Impressionen:
        

Winnetou beim Zähne putzen…

Wir waren heute im Nationalpark Krka, ein halbe Stunde von Split entfernt. Ein wirklich magischer Ort. Hier wurden Szenen aus den Filmen Winnetou 1, Unter Geiern, Der Ölprinz und Im Tal der Toten gedreht. Für einen lebenslangen Winnetou Fan wie mich, natürlich etwas ganz besonderes. Tolles Wetter und weil Vorsaison auch noch genießbar. Einfach mal eine Auszeit nehmen und ins Wasser philosophieren. Da ist die Welt „im Döschen“. Nebenbei haben wir uns gefragt, wie bei Winnetou und Old-Shatterhand eigentlich die Morgentoilette ausgesehen hat. Man kann ja nicht gleich nach dem Aufstehen die Welt retten. Also der Weiße Blutsbruder putzt sich die Zähne am Wasserfall, während der Häuptling sich die langen Haare im Spiegel des glasklaren Wassers kämmt. Hmm,… schräge Vorstellung aber irgendwie witzig. Der Ort ist jedenfalls ein MUSS für jeden Kroatien Urlauber.

Einsame Straßen

Oh man, diese einsamen Straßen trocknen einem die Seele aus“ … ein Satz für die Ewigkeit. In die Ohren gezaubert vom Hauptdarsteller, Rubberduck. Ein Zitat aus der Mutter aller Roadmovies, Convoy. So muss sich der Wort – Magier gefühlt haben, als er diese Wortkomposition ersann. So eben, wie die Fahrt heute von Istrien nach Split. Autobahnen so leer, dass man zwischen zwei Autos durchaus nochmal das Vorwort im Reiseführer nachlesen könnte. Oder einfach im nichts verweilen. Die Landschaft erzählt ihre eigene Geschichte. Rechts und links weiß blitzende Kalk – Felsen, die bereits hier verweilten, als der berühmte Autoput noch der Schrecken aller griechischen und türkischen Gastarbeiter war. Jeden Sommer das gleiche Szenario. Damals. Nicht wenige habe auf der gnadenlosen Straße Richtung Süden ihr Leben gelassen. Und heute. Stille. Selbst das Vorwort im Reiseführer scheint lieber zu schweigen. Mitschweigen und einfach hinhören, was die Straße zu erzählen hat. Ob Rubberduck je hier war?

Pula und Rovinj

Haben uns heute Pula und Rovinj angeschaut. Zu Pula gibt es im Grund drei Dinge festzustellen! Zum Einen ist der Funke nicht übergesprungen. Eine Stadt bestenfalls zum touristisch abarbeiten. Kann man, muss man aber nicht. Zum Zweiten: Im dortigen römischen Amphitheater wundern wir uns. Laut dem Baedeker fasste die Anlage zu römischen Zeiten 30.000 Zuschauer. Ich stelle mir gerade das Stadion meines Lieblings- Fußballvereins vor. Dort gehen 23.000 rein und es wirkt irgendwie doppelt so groß. Schnell nochmal den Zettel konsultiert, der beim Betreten mit übergeben wurde. Der redet von 20.000. Was sind schon 10 Mille Humankapital mehr oder weniger. Drittens haben die Menschen hier eine ganz eigene Art, die Besucher wieder ins Jetzt zu holen. Sitze in der Kirche des Franziskaner- Klosters und traue meinen Augen nicht. Dort sind in den rund 300 Jahre alten Gemäuern Heizkörper in „kleinbürgerlich-weiss“ in den Bänken positioniert. Also die ästhetische Kompetenz des Verantwortlichen ist wirklich grottig. Ob der sich morgens selbst die Schuhe schnürt?
In Rovinj sind wir dagegen wirklich geflasht. Die Stadt hat eine ganz besondere Magie. Für alle Istrien- Reisende, ist dieser Ort PFLICHT! Gerade jetzt ohne die Massen an Touristen. Fühlen uns ganz unverschämt privilegiert, von einem ekstatischen Gemälde voller bejahender Emotionen. Das hier erfasst uns und umschmeichelt uns. Was für ein wunderbarer Ort, um einen solchen Tag perfekt ausklingen zu lassen!